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Länderinfos - Land und Leute

Geschichte/Politik

Im Lauf der Jahrtausende haben sich in diesem Gebiet zwischen Europa und Asien viele Völker niedergelassen. Um 800 v. Chr. kamen die Thraker - ein indogermanischer Stamm. Im fünften und sechsten Jahrhundert brachte die Völkerwanderung Goten, Hunnen, Magyaren und slawische Bauern ins Land. Um 680 gründeten Ur-Bulgaren aus der Wolga-Gegend das erste bulgarische Zarenreich, das 300 Jahre bestand.

Dann begann eine unruhige Zeit: Byzantiner, Kreuzzügler, Tataren, Magyaren, Bojaren drangen ein und bekämpften sich gegenseitig. Am Ende des 14. Jahrhunderts kamen die Türken und setzten sich für fast ein halbes Jahrtausend auf der Balkan-Halbinsel fest. Die Zeit der türkischen Fremdherrschaft wird von den Bulgaren auch heute noch als die schwärzeste Zeit in ihrer Geschichte bezeichnet, denn es war eine Zeit rücksichtsloser feudaler Ausbeutung, politischer Rechtlosigkeit und grausamer Unterdrückung.

1878 gelang mit russischer Hilfe die Befreiung Bulgariens von den Türken. Mit dem Friedensvertrag von San Stefano wurde Bulgarien zusammen mit Ostrumelien und Makedonien unabhängig. Dieser Friedensvertrag wurde jedoch von den Großmächten auf dem Berliner Kongress revidiert, und Bulgarien wurde geteilt - der Norden des Landes wurde das Fürstentum Bulgarien, Südbulgarien blieb als Ostrumelien türkische Provinz. 1885 erfolgte der Anschluss Ostrumeliens an das Fürstentum Bulgarien. 1887 wurde Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha zum neuen Fürsten Bulgariens gewählt, 1908 nahm Ferdinand den Titel "Zar von Bulgarien" an. Zwei Balkankriege in den Jahren 1912/13 führten zu größeren Gebietsverlusten Bulgariens. 1915 trat Bulgarien an der Seite Deutschlands und Österreichs in den ersten Weltkrieg ein, musste 1918 aber bedingungslos kapitulieren und erneute, noch größere territoriale Verluste hinnehmen. Die folgende "monarchofaschistische Diktatur" hielt sich bis 1943. 1944 trat Bulgarien an der Seite der Alliierten in den Krieg gegen Deutschland ein. 1946 wurde die neue Volksrepublik Bulgarien ins Leben gerufen. Es begannen 45 Jahre kommunistischer Herrschaft, die erst mit dem Fall der Berliner Mauer ein Ende fanden. 1990 wurde aus der Volksrepublik Bulgarien die parlamentarische Republik Bulgarien.

Am 1. Januar 2007 ist Bulgarien der EU beigetreten.

Wirtschaft

Nach anfänglich großen Umstellungsproblemen von einer Plan- zur Marktwirtschaft befindet sich die Wirtschaft Bulgariens im Aufschwung. Dennoch bleibt die Arbeitslosigkeit relativ hoch und das Durchschnittseinkommen auf einem niedrigen Niveau.

Zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen zählen die chemische Industrie, die Nahrungsmittelerzeugung und -verarbeitung, die Metallindustrie und auch der Tourismus.

Bulgarien war einer der ersten Ostblockstaaten, der westlichen Touristen die Grenzen öffnete. Nach 1989, als sich die Grenzen nach Westen wirklich öffneten, ließen die wirtschaftlichen Probleme, insbesondere aber die jahrelangen Unruhen in der benachbarten damaligen Bundesrepublik Jugoslawien die Besucherzahlen zunächst drastisch sinken. Heute zieht es wieder viele Touristen nach Bulgarien, vor allem an die Schwarzmeerküste mit ihren Badeorten.

Religion

86 Prozent der Bevölkerung sind bulgarisch-orthodoxe Christen, 13 Prozent gehören dem Islam an.

Vegetation

Viele der rund hundert Naturschutzgebiete liegen - vor allem zum Schutz von Fauna und Flora - weit abseits der Touristenstraßen. Manche sind leichter zu erreichen, zum Beispiel der Nationalpark Pirin. Im Park wachsen viele geschützte Pflanzen, darunter einige uralte Exemplare der sehr seltenen Schwarzen Panzerkiefer.

Tierwelt

In den Naturschutzparks bekommt man eine umfangreiche Fauna zu Gesicht: Gämsen, Wildkatzen, Füchse, Schmutzgeier sowie viele andere Tier- und Vogelarten. Im Rila-Gebirge mit seinen über 200 Seen und einer ganzen Reihe felsiger Gipfel lassen sich heute sehr selten gewordene Tiere, wie Steinadler, Falken und Bartgeier, beobachten. In abgelegenen Revieren hausen noch Wölfe und Bären. Am Srebana-See sieht man Sumpf- und Wasservögel.

In der Donau gibt es Störe, Hausen und Sterletts, in Gebirgsflüssen und Stauseen Saiblinge, Forellen, Barben, Döbel, Zander, Hechte, Welse und Karpfen. Im Schwarzen Meer und seinen Lagunen leben Meeräschen, Makrelen, Stöcker, Blau- und Thunfische. Vielerorts braucht man keinen Angelschein.

Auch die Jagd auf Rothirsche, Damhirsche, Rehe, Wildschweine, Gämsen und Mufflons ist in Bulgarien verbreitet.

Kind auf Esel


Zielgebiete Bulgarien
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